Computertreff am 17.10.2007


Navigationssysteme für Fußgänger

1. Genauigkeit von GPS-Systemen

Egal, welches der untenstehenden Systeme man wählt, die Genauigkeit der satellitengestützten Navigationssysteme hängt in erster Linie von der Umgebung ab. Auf offenem Feld, wo der Empfang optimal ist, liegt sie oft bei etwa 4 Metern, in der Stadt kann sie sich wegen Reflexionen etwas verschlechtern.

2. Kartengestützte Navigationssysteme

2.1. Trekker 3.0 Es handelt sich um ein teures speziell für Blinde entwickeltes kartengestütztes Navigationssystem, das auf einem sogenannten PDA läuft. Man hat sich dabei viel Mühe gegeben, die Bedienung durch gut spürbare Tasten zu vereinfachen. Positiv das Kartenmaterial. Obwohl es auch nicht 100% fehlerfrei ist, ist es wesentlich ausführlicher als bei den anderen getesteten Systemen. Gelungen sind auch die Eingabemöglichkeiten von Text über die Tastatur. die übrige Bedienung könnte aber noch etwas einfacher realisiert werden.

2.2. Wayfinder Access

Diese Software kann auf einem Handy installiert werden. Ist es mit einem Bildschirmleseprogramm wie z. B. Talks ausgerüstet, können auch Blinde sie nutzen.

2.3. Nokia Maps

Diese Software, die auch unter dem Namen Smart2Go angeboten wird, läuft auf neueren Nokia Handies. Nokia Maps ist ein Konkurrenzprodukt zum Wayfinder. Die Software ist gratis. Interessant ist dieses Produkt für Sehbehinderte, die die Strassennamen nicht lesen können. Sobald man eine Strasse kreuzt, wird deren Name angezeigt und z. B. von Talks vorgelesen.

2.4. Schlussfolgerungen zu kartengestützten Navigationssystemen

Zwar kennen alle kartengestützten Systeme auch einen sogenannten "Fussgängermodus", die gefundene Route unterscheidet sich aber oft gar nicht von derjenigen für Autos. Einige Informationen, die für uns wichtig wären, fehlen völlig.

3. Loadstone 0.6x

Es handelt sich hierbei um eine Gratis-Software, die ebenfalls auf Handies läuft, die mit Sprachausgabe ausgerüstet werden können. Man merkt, dass dieses Programm von Blinden mit entwickelt wird. Es informiert sehr anwenderfreundlich über die Richtung und Distanz zum nächsten Punkt. Loadstone beinhaltet aber keine Karten, man muss sich die relevanten Punkte (Abzweigungen, Unterführungen etcd.) jeder Route selber speichern. Die Benutzeroberfläche ist sehr logisch und einfach, bis man aber alle Möglichkeiten, die Loadstone bietet, begriffen hat, braucht es einige Zeit. Dieses Programm eignet sich vorzüglich für Blinde, die keine neuen Routen selbständig erforschen wollen, sondern einmal gemachte Routen später wieder benutzen wollen.

Vor- und Nachteile:
+ kostenlos
+ arbeitet mit allen Handy.Screenreadern
+ gute Standortbestimmung
+ einfache Bedienung
+ zahlreiche Hotkeys
- keine Datenbank vorhanden

Preise und Bezugsquellen
- Trekker: Papenmeier, ca. 3800 Euro (www.papenmeier.de)
- Wayfinder Access: 399 Euro (nur Software, ohne Handy und ohne GPS-Empfänger).
- Nokia Maps: kostenlos
- Loadstone: kostenlos herunterzuladen bei
www.loadstone-gps.com

Einen ausführlichen Testbericht, dem einige der o.a. Angaben auszugsweise entnommen sind, findet man unter: www.aveugle.ch/be/aktuell/artikel/GPS-SYSTEME.DOC Bei Wikipedia gibt es einen Artikel mit weiteren Quellenangaben zu Navisystemen für Blinde:
http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Lal%C3%BC/Blindnavi

Anmerkung:
Wie der Referent beim Computertreff berichtete, erscheint in Kürze eine neue Version von „loadstone“.

Motorola F3 – ein preiswertes Handy für Sehbehinderte

Inzwischen wurde das F3 von einigen Sehbehinderten getestet und dank seines kontrastreichen Displays, das auf dem Prinzip der „elektronischen Tinte“ beruht, als gut beurteilt. Bei hellem Tageslicht, wo auf anderen Handydisplays kaum noch etwas zu erkennen ist, liefert das F3 ein kontrastreiches Bild. Gleich vorweg: für blinde Nutzer ist das F3 vor allem wegen seiner Tastaturgestaltung weniger geeignet, obwohl es für die wesentlichen Menüfunktionen über eine Sprachausgabe verfügt. Mit den Abmessungen von 114 x 47 x 9 mm ist dieses Dualband-Handy vor allem sehr flach. Standbyzeit laut Hersteller ca. 300 Stunden. - Zur Zeit wird das F3 bei amazon für 29,99 Euro versandkostenfrei angeboten.

TMspeakdocu PC-MP3 – mehr als nur eine Sprachausgabe

Ich hatte ja schon beim letzten Computertreff kurz über dieses Programm berichtet. Noch einmal zur Erinnerung:
Die Software TMspeakdocu PC-MP3 wandelt Textdateien der Formate RTF, DOC, TXT, HTM und HTML in Sprache um. Der Anwender hat die Möglichkeit, sich den Text sofort von einer Sprachausgabe vorlesen zu lassen, oder den Inhalt in einer MP3- oder WAV-Datei abzuspeichern. Eine solche Datei lässt sich dann z.B. auf einen MP3-Player übertragen, so dass man den Text unabhängig von einem PC anhören kann. Das Programm enthält 7 Sprachen: deutsch, englisch, französisch, spanisch, italienisch, portugiesisch, niederländisch. Wie mir Herr Dr. Mathes von der Entwicklerfirma vor einigen Tagen mitteilte, wird es die nächste Release, die Anfang November 2007 erscheint, erlauben, lange Texte in mehrere MP3 zu zerhacken. Dabei sollen auch Steuerzeichen für z.B. Kapitel unterstützt werden. Man kann sich für seinen MP3 Player so ein Buch in mehreren MP3 erstellen Weitere Funktionen in Richtung DAISY folgen. Da dieses Programm vor allem für blinde und sehbehinderte Nutzer weiterentwickelt werden soll, ist die Firma an Verbesserungsvorschlägen interessiert:
e-Mail: r.mathes@drmathes.de
Infos und Download einer zeitlich begrenzten Vollversion:
www.tmnd-gmbh.de

Bericht über Total Commander und Speed Commander

„Commander“ sind Dateimanager, die mit zwei Fenstern arbeiten. Michael Lang stellt in diesem etwa 42 Minuten dauernden Bericht den „Total Commander“ und den „Speed Commander“ vor. Er vergleicht sie miteinander und beschreibt, wie man mit ihnen Probleme, die der doch eher bescheidene und nicht all zu screenreaderfreundliche Windows-Explorer bereitet, ganz einfach lösen kann. Den Bericht gibt es als MP3 unter:
www.iscb.de/audio

PC-Einführungsabend in der Bibliothek

Die nächste und vorerst letzte Einführung in die Bedienung des für blinde und sehbehinderte Nutzer barrierefreien PCs in der Zentralbibliothek Steglitz-Zehlendorf findet am 3. 12. 2007 in der Zeit von 17 – 20 Uhr statt. Auf dem PC sind der Screenreader Jaws und das Vergrößerungsprogramm Magic installiert. Blinde und sehbehinderte Interessenten für diese Veranstaltung können sich bei mir anmelden unter der Mailadresse am Ende dieser Seite.

Piepsy – das neue elektronische Findegerät

Piepsy besteht aus einem Sender und einem Empfänger. Der Sender ist klein und wasserdicht. Der Empfänger hat in etwa die Größe einer Zigarettenschachtel und kann überall dort platziert werden, wohin man gerne wieder hinfinden möchte. Ist man auf der Suche nach dem Platz, an dem zuvor der Empfänger platziert wurde, so drückt man einfach auf den Sender und der Empfänger meldet sich durch ein Piepsgeräusch. Drückt man auf den Sender konstant und länger, so wird das Piepsen immer lauter. Piepsy hat eine Reichweite von gut 30 m. - Weitere Informationen zu Piepsy bei:
VISTAC in Teltow
www.vistac.de
e-mail: info@vistac.de

Größte deutsche Online-Bibliothek

Vor einigen Tagen ging "Zeno.org" ins Netz, die derzeit größte deutschsprachige Online-Bibliothek. Seit über 10 Jahren gibt der Verlag DirectMedia digitalisierte Druckerzeugnisse aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich als CD-ROM heraus. Bei der DirectMedia-Tochter Zenodot sind 1,6 Millionen Texte und 420.000 Bilder auf Knopfdruck abrufbar.
Weitere Informationen gibt es unter
www.zeno.org

Suse Linux 10.3 liegt der aktuellen Ausgabe der „c’t“ bei

Die Linux-Distribution OpenSuse erfreut sich wegen der guten deutschen Übersetzung und des einfachen Installationsprogramms Yast großer Beliebtheit. Die brandaktuelle Version 10.3 glänzt mit umfangreicher Hardware-Unterstützung und einer reichhaltigen Software-Auswahl, so das Computermagazin c't, das seiner aktuellen Ausgabe 22/07 die Distribution auf DVD beilegt. Diese Ausgabe der Zeitschrift c’t ist für 3,30 Euro noch bis 28.10.07 im Handel erhältlich.
Weitere Informationen hier:
www.heise.de/newsticker/meldung/97350

In derselben Ausgabe der „c’t“ findet sich übrigens auch ein Bericht über Navigationssysteme.

Allgemeine Hilfsmittel- und Dienstleisterausstellung im ABSV

An zwei Tagen veranstaltet der ABSV die diesjährige Hilfsmittel- und Dienstleisterausstellung: Rund 35 Aussteller verschiedener Themenbereiche präsentieren nützli- che Hilfsmittel sowie Dienstleistungs- und Beratungsangebote.
ABSV
14193 Berlin, Auerbacher Str. 7
www.absv.de

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Diese Informationen wurden zusammengestellt in gemischter deutscher Rechtschreibung von